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CineScience „White Waves“ – Filmemacherin Inka Reichert über Plastikverschmutzung in den Weltmeeren

Veröffentlicht am 8. Jan. 2019 um 16:26
Inka Reichert, Stefan Schweiger, Jürgen Bertling

Im November war Filmemacherin Inka Reichert zu Gast.

Regisseurin und Wissenschaftsjournalistin Inka Reichert war im November mit ihrem Film „White Waves“ zu Gast in Essen.

Reichert hat zwei Jahre lang mit ihrem Filmteam die Strände Europas bereist, Surfer getroffen und weitgehend unbekannte Fälle von Meeresverschmutzung aufgedeckt. Entstanden ist dabei der Film „White Waves“, den sie im November im Essener Filmstudio Glückauf präsentierte. Im Rahmen eines CineScience-Abends diskutierte sie mit Jürgen Bertling und Stefan Schweiger aus dem KWI-Projekt „PlastikBudget“ über den Stand der Plastikverschmutzung in den Weltmeeren. Eine gewichtige Rolle beim Eintrag von Mikro- und Makroplastik in Gewässer spielen dabei Kläranlagen. Reichert geht in ihrem Film „White Waves“ einer weitgehend unbekannten Plastikverschmutzung auf den Grund. Sogenannte Filtermedien, kleine Plastikrädchen, die in Kläranlagen bei erhöhtem Abwasseraufkommen zur Wasseraufbereitung dazu gegeben werden, werden vermehrt an europäischen Stränden gefunden. Sie gelangen aufgrund mangelnder Filter oder durch einen Überlauf der Kläranlagen direkt in die Gewässer, ebenso wie krankmachende Bakterien oder Mikroplastikpartikel.
Technische Lösungen zur Beseitigung des Meeresmülls wie das große Sammelprojekt „Ocean Cleanup“, das verspricht, bis 2050 90% des Plastikmülls mit Hilfe eines Fangnetzes aus dem Meer zu fischen, sehen Reichert wie Jürgen Bertling äußerst kritisch. „Nach meiner Recherche ist es sinnvoller, das Geld in die Infrastruktur Indonesiens zu stecken, eines der größten Plastikmüllverursacher der Welt“, so die engagierte Journalistin.
Die Zuschauer des Abends, viele selbst Surfer, sprachen sich einhellig für politische Sanktionen aus, um dem Plastikmüll Einhalt zu gebieten. In der öffentlichen Wahrnehmung steht die Plastikverschmutzung nicht zuletzt durch die Problematisierung durch die Medien derzeit auf Platz zwei der drängendsten Umweltprobleme, direkt nach der Erderwärmung. Reichert selbst zieht für sich eine sehr differenzierte Konsequenz aus den Recherchen: „Je weniger ich konsumiere, desto weniger indirekte Verschmutzung bedinge ich.“ Eine Schlussfolgerung, der das Publikum im Glückauf Kino vorbehaltlos zustimmte.